Den Kompass verstehen, um ihn im Gelände besser zu nutzen

Einen Kompass zu besitzen ist gut. Sich mit einem Kompass orientieren zu können ist besser! Bei Rayonrando.com verkaufen wir nicht nur Kompasse: Wir erklären Ihnen auch, wie Sie Ihren Kompass richtig verwenden.

Ein Kompass besteht aus 4 Elementen:
  • Die bewegliche Magnetnadel, deren rote Spitze nach Norden zeigt;
  • Der Marschrichtungspfeil, ein fester Pfeil auf der Grundplatte des Kompasses, den Sie auf die einzuschlagende Richtung oder einen Orientierungspunkt richten;
  • Die drehbare Kompassdose, mit der Sie die richtige Richtung beibehalten.
  • Die sogenannte „Nordmarke“ auf der drehbaren Kompassdose. Mit ihr lassen sich manche Berechnungen ganz einfach durchführen.

Ein Kompass lässt sich auf verschiedene Weise nutzen:

  1. Um die Karte einzunorden und so die verschiedenen Elemente auf Ihrer Karte besser zu erkennen.
  2. Um auf der Karte eine Entfernung zu messen und so die verbleibende Gehzeit abzuschätzen.
  3. Um den eigenen Standort auf der Karte zu bestimmen, wenn Sie sich verirrt haben.
  4. Um einer Richtung zu folgen (durch Bestimmen einer Marschzahl) und so den richtigen Weg einzuschlagen.

Wie nordet man die Karte mit dem Kompass ein?

Bevor Sie Ihren Standort oder den richtigen Weg suchen, müssen Sie unbedingt die Karte einnorden. Um die Karte beim Wandern mit dem Kompass korrekt einzunorden, gehen Sie so vor:

  • Legen Sie den Kompass flach auf die Karte.
  • Richten Sie den Kompass an den Nordlinien der Karte (den Meridianen) aus.

  • Drehen Sie Karte und Kompass gemeinsam, bis die rote Magnetnadel mit dem Kartennorden übereinstimmt.

  • Schon ist Ihre Karte eingenordet, und Ihr Kompass zeigt Ihnen Norden auf der Karte und im Gelände!

Wie misst man mit dem Kompass eine Entfernung?

Alle Kompasse haben Skalen in mehreren Maßstäben am Rand der Grundplatte. Um eine Entfernung zu messen, wählen Sie die Skala, die dem Maßstab Ihrer Karte entspricht (beim Wandern verwendet man in Frankreich in der Regel eine IGN-Karte im Maßstab 1:25000).

Legen Sie dann dieses „Lineal“ an, um die Entfernung zwischen einem Punkt A und einem Punkt B zu messen.
Achten Sie darauf, die Entfernung großzügiger anzusetzen, wenn der Weg wie hier kurvig verläuft:

Wie bestimmt man mit dem Kompass seinen Standort auf der Karte?

Norden lässt sich mit der roten Magnetnadel leicht bestimmen, doch für die Orientierung ist es ebenso wichtig, den Kartennorden leicht zu erkennen. Auf den IGN25-Karten (Maßstab 1:25000) gibt es ein blaues Gitternetz. Die senkrechten Linien zeigen die Nord-Süd-Achse an. Außerdem sind alle Beschriftungen in dieselbe Richtung geschrieben: die Oberseite der Buchstaben zeigt nach Norden.

Außerdem müssen Sie ein wichtiges Element des Kompasses kennen: die Nordmarke.

Sie befindet sich auf der drehbaren Kompassdose und ist meist ein Pfeil, der auf das „N“ für Norden ausgerichtet ist, oder ein roter Doppelstrich (wie auf einigen unserer Fotos). Diese Nordmarke ist sehr hilfreich, um sich zu orientieren und fortzubewegen.

Wenn Sie Ihren Standort auf der Karte bestimmen möchten, dann – geben wir es zu – haben Sie sich verirrt, vielleicht auch nur teilweise. In jedem Fall müssen Sie dazu einen markanten Punkt im Gelände ausmachen (Gipfel, Hütte, kleiner See usw.) und ihn auf Ihrer Karte wiederfinden. Hier zwei Situationen mit der jeweils passenden Methode, um den eigenen Standort auf der Karte zu bestimmen.

 

1. Situation: Sie wissen, auf welchem Weg Sie sich auf der Karte befinden, aber nicht, wo genau.

Das erste Ziel ist es, einen bekannten Punkt zu identifizieren (im Gelände und auf Ihrer Karte), zum Beispiel einen Gipfel. Sobald Sie ihn im Gelände und auf der Karte ausgemacht haben, gehen Sie so vor:

  • Richten Sie den Marschrichtungspfeil auf diesen Punkt (hier ein Gipfel).

  • Halten Sie den Marschrichtungspfeil in dieser Richtung und drehen Sie die Kompassdose so, dass die Nordmarke mit Norden übereinstimmt (rote Magnetnadel).

  • Legen Sie den Kompass flach auf die Karte und richten Sie die Nordmarke am Kartennorden aus, ohne die Kompassdose zu verdrehen. Die zur Nordmarke parallelen Linien helfen Ihnen, den Kompass richtig anzulegen.

  • Bringen Sie die lange Kante des Kompasses mit dem identifizierten Gipfel auf der Karte zur Deckung.
  • Ziehen Sie eine Linie: Dort, wo sie Ihren Weg schneidet, befindet sich Ihr Standort.

2. Situation: Sie wissen überhaupt nicht mehr, wo Sie sind.

Wenden Sie dasselbe Prinzip wie in der vorigen Situation an, aber mit 2 markanten Punkten. Nehmen wir als Beispiel einen Gipfel und eine Hütte, die Sie ausmachen können:

  • Peilen Sie den Gipfel an, stellen Sie die Kompassdose so ein, dass die Nordmarke nach Norden zeigt, und legen Sie den Kompass dann wie in der 1. Situation auf die Karte. Ziehen Sie Ihre Linie.
  • Peilen Sie die Hütte an und wiederholen Sie dieselben Schritte.
  • Der Schnittpunkt Ihrer 2 Linien zeigt Ihren Standort.

Wie folgt man mit dem Kompass einer Richtung?

Sie wissen, wo Sie sind (Punkt A), und kennen den Punkt, den Sie erreichen möchten (Punkt B):

  • Richten Sie auf der Karte den Marschrichtungspfeil auf Ihr Ziel (Punkt B). Der Kompass liegt dann auf der Geraden, die Punkt A mit Punkt B verbindet.
  • Drehen Sie die Kompassdose so, dass die Nordmarke mit dem Kartennorden übereinstimmt. Der Gradwert, den die Kompassdose in Verlängerung des Marschrichtungspfeils anzeigt, ist die Marschzahl (Azimut, also der Winkel zwischen der Richtung und magnetisch Nord). Dieser Marschzahl folgen Sie im Gelände.
  • Nehmen Sie den Kompass in die Hand, weiterhin flach, und drehen Sie ihn so, dass die Nordmarke mit Norden (rote Nadel) übereinstimmt. Der Marschrichtungspfeil zeigt Ihnen dann die Marschzahl an, also die Richtung, in der Sie Punkt B erreichen.

Bevor Sie losgehen, rate ich Ihnen, in der Ferne einen markanten Punkt auf dieser Marschzahl auszumachen. Dann können Sie einfach darauf zugehen, ohne ständig auf den Kompass zu starren und ohne Gefahr, beim Umgehen von Hindernissen vom Kurs abzukommen. Sobald Sie diesen markanten Punkt erreicht haben, peilen Sie erneut mit der nach Norden ausgerichteten Nordmarke.

Ein letzter Hinweis: Halten Sie den Kompass waagerecht und fern von Metallgegenständen oder Magnetfeldern, die die Nadel „stören“ könnten.

Einfacher Kompass oder Peilkompass?

Der einfache Kompass bietet die Grundausstattung für die Orientierung:

  • Marschrichtungspfeil
  • Magnetnadel Nord/Süd
  • Drehbare Kompassdose mit Gradeinteilung und Nordmarke
  • Skalenlineale zum Messen von Entfernungen

Der Peilkompass ermöglicht eine höhere Genauigkeit bei der Bestimmung der Marschzahl, damit Sie sich möglichst optimal fortbewegen können.
Der Peilkompass lässt sich aufklappen:

  • Der 1. Teil mit der drehbaren Kompassdose bleibt flach, damit sich die Magnetnadel gut drehen kann.
  • Der 2. Teil wird schräg gestellt, um durch ein sehr feines Visier (Schlitz oder Loch) zu peilen. Gepeilt wird mit ausgestrecktem Arm.

Die Einstellung der Nordmarke und das Ablesen der Marschzahl auf der Kompassdose erfolgen dann entweder über eine kleine klappbare Lupe oder über einen großen Spiegel (komfortabler).

Achtung: magnetische Deklination in manchen Ländern

Der Kompass ist ein kleines Instrument, das das Magnetfeld der Erde nutzt. Beachten Sie daher, dass dieser Artikel vor allem für die Nutzung des Kompasses in unseren Breiten geschrieben wurde. Denn manche Regionen der Welt (etwa die USA) sind anders vom Magnetfeld beeinflusst. Bei den eben beschriebenen Berechnungen muss dann eine Korrektur vorgenommen werden. Diese Korrektur betrifft die magnetische Deklination: den Winkel zwischen geografisch Nord (Nordpol) und magnetisch Nord (dem Norden, den Ihr Kompass anzeigt).

Jetzt wissen Sie, wie man einen Kompass benutzt. Es kann sinnvoll sein, auch eine IGN-Karte lesen zu lernen, um sich beim Wandern besser zu orientieren und fortzubewegen. Hier unser Artikel: Wie liest man eine IGN-Karte?

Entdecken Sie hier einen Teil unseres Kompass-Sortiments:

Einsteigerkompass für den gelegentlichen Gebrauch

Map compass Highlander

Klappkompass mit Minilupe und Visier.

Cardinal Elementerre

Sehr kompakter und günstiger Kompass mit Visier.

Deluxe Pocket Compass Highlander

Entdecken Sie auch unsere Kartentaschen, sehr praktisch, um die Karte vor Regen und Rissen zu schützen:

Einsteiger-Kartentasche für den gelegentlichen Gebrauch.

Scout Map Case von Highlander

Wasserdichte Kartentasche mit Rollverschluss und anpassbarem Format.

Roamer Map Case von Highlander

Leichte Kartentasche, wasserdicht dank Zipverschluss, UV- und abriebfest. Für regelmäßige Nutzer.

Guide Map Case M von Sea to Summit

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