Haben Sie es satt, einer vorgegebenen Route zu folgen?

Möchten Sie unabhängiger sein, Ihre Routen anpassen oder neues Terrain erkunden?

Das Lesen einer IGN-Karte ist eine unverzichtbare Fähigkeit beim Wandern. Sie ermöglicht es, das Gelände zu verstehen, Schwierigkeiten vorauszusehen und sich auch ohne GPS effizient zu orientieren.

Wir erklären Ihnen, wie man eine IGN-Karte liest, d. h.:

  • den Nutzen der Symbole und Legenden zu verstehen.
  • Sich orientieren und den Weg finden.

Orientierungsausrüstung

Kompass und Höhenmesser? Sie sind nicht immer unverzichtbar, aber oft nützlich für die Orientierung in den Bergen:

Wir bieten eine Auswahl an unverzichtbarer Orientierungsausrüstung für die Verwendung einer IGN-Karte beim Wandern an: kompakte Kompasshalter mit Lupe, verschiedene wasserdichte Kartenhalter (Formate S, M, Big) zum Schutz und zur einfachen Konsultation von Papierkarten. Diese Hilfsmittel erleichtern die Orientierung und ergänzen die Trekkingausrüstung.

Welche IGN-Karte soll man wählen?

Rayonrando empfiehlt Ihnen die topografischen Karten der Serie TOP25 im Maßstab 1:25 000, bei dem 1 cm 250 m entspricht. Dies ist der kleinste Maßstab und somit der präziseste, umfassendste und am leichtesten lesbare. Die IGN-Karten der blauen Serie bieten detaillierte geografische Informationen, die für Wanderungen unverzichtbar sind.

Die anderen Karten (Maßstab 1:50 000 oder größer) eignen sich gut für zu Hause, um eine Wanderung mit einem Überblick vorzubereiten.

Oft hat man die Wahl zwischen der Papierversion, die in einer Kartentasche vor Witterungseinflüssen geschützt werden sollte, und der laminierten Version. Die Papierversion eignet sich für gelegentliche Wanderungen in einem Gebirge; sie knittert zwar, lässt sich aber dennoch leicht handhaben. Für den wiederholten Gebrauch bietet die Scout Map Case aus transparentem PVC guten Schutz: leicht (71 g), wasserdicht, mit Trageschnur. Die teurere, offizielle laminierte IGN-Version ist feuchtigkeits- und reißfest.

Die Legende entschlüsseln: Die Symbole Ihrer IGN-Karte verstehen

Die verschiedenen Symbole und Legenden ermöglichen es Ihnen:

  • sich visuell zu orientieren.
  • die Schwierigkeiten und Gefahren bestimmter Passagen zu erkennen.

1 – Die verschiedenen Wegtypen erkennen, um mögliche Schwierigkeiten vorauszusehen.

In diesem Beispiel befahren Sie auf dem Weg von Les Maisonnettes zum Dolmen bei Les Frasses die meisten Wegarten:

  • Befahrbare Wege in Weiß; mit zwei durchgehenden schwarzen Strichen handelt es sich um eine asphaltierte Straße, mit gepunkteten Linien um einen unbefestigten, befahrbaren Weg, der daher für Fahrzeuge mit zu geringer Bodenfreiheit manchmal schwer befahrbar ist.
  • Die Wanderwege und Fußwege sind schwarz dargestellt; mit einer durchgehenden schwarzen Linie handelt es sich um einen Weg, der in der Regel gut sichtbar ist, da er häufig begangen wird; bei einer gestrichelten Linie ist jedoch Vorsicht geboten: Es handelt sich um einen Weg, der von der Vegetation so stark überwuchert sein kann, dass er vollständig verschwindet. Zweiter wichtiger Hinweis: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Weg von Les Maisonnettes nach Montcudey markiert ist.
  • Die rot markierten Wege. Die Linie kann:
  • dick, um einen GR (Grande Randonnée) oder GRP (Grande Randonnée de Pays) zu kennzeichnen; dünner, um beispielsweise einen PR (Petite Randonnée) zu kennzeichnen.
  • durchgehend, um eine Hauptroute anzugeben, die immer auf einem Wanderweg, Pfad oder einer Straße verläuft; unterbrochen, um eine Variante mit möglichen Abschnitten abseits der Wege anzugeben.

Beachten Sie, dass Wege markiert sein können, ohne auf der Karte rot zu erscheinen (z. B. Gemeindewege).

-> Achten Sie darauf, die gestrichelten Linien nicht mit Punkten und solchen mit Strichen zu verwechseln: Sie weisen auf eine heikle Passage hin, die beispielsweise von Personen mit Gehbehinderungen oder Höhenangst vermieden werden sollte.

Indem Sie potenziell nicht markierte und schlecht angelegte Wege erkennen, können Sie mögliche Schwierigkeiten und eine möglicherweise längere Gehzeit als auf gut angelegten Wegen vorhersehen.

 

2 – Höhenlinien zur Vorhersage von Schwierigkeiten und der Gehzeit

Auf einer Karte im Maßstab 1:25 000 lesen Sie eine Höhenlinie wie folgt:

  • Zwei Linien entsprechen einem Höhenunterschied von 10 m.
  • Alle 50 Höhenmeter wird die Linie mit einem dickeren Strich eingezeichnet.
  • Die auf der Linie angegebene Zahl gibt die Höhe an.
  • Die Schreibrichtung dieser Zahlen gibt auch die Neigungsrichtung an: Die Unterseite der Zahl = Unterseite des Hangs.

Man kann auch erkennen, ob der Hang steil oder eher sanft ist, was es ermöglicht, den Schwierigkeitsgrad und die Gehzeit einzuschätzen: weit auseinanderliegende Linien = sanfte Hänge, eng beieinanderliegende Linien = steiler Hang, bei sehr engen Kurven sogar eine schwierige Passage.

Anhand dieser Höhenlinien lassen sich außerdem erkennen:

  • einen Gipfel oder eine Senke. Jede orangefarbene Linie, die einen Kreis bildet, ist ein Gipfel, es sei denn, ein Pfeil zeigt auf ihren Mittelpunkt, wie unten dargestellt. In diesem Fall handelt es sich um eine Senke. Kleiner Tipp: Wenn Sie auf Ihrer Karte einen Gipfel mit Höhenangabe sehen, handelt es sich um den höchsten Gipfel in der Umgebung. Das kann bei der Orientierung helfen, wenn das Gebiet viele kleine Gipfel aufweist.
  • Ein flaches Gebiet, das sich gut zum Biwakieren eignet.

  

3 – Hütten und Unterstände: zur Vorbereitung auf Biwak und schlechtes Wetter

Sie werden durch ein „Haus“ symbolisiert, das je nach Fall unterschiedlich dargestellt wird.

In unserem Beispiel handelt es sich um einen Unterstand, der grundsätzlich immer offen ist, um beispielsweise bei einem Gewitter Schutz zu bieten. Bei einer bewirtschafteten oder unbewirtschafteten Hütte kann diese außerhalb der Saison geschlossen sein. Im Winter muss man prüfen, ob sie über einen offenen Winterraum verfügt.

  

4 – Die Vegetation

Die Vegetation wird grün dargestellt:

  • grüne Zeichnungen auf weißem Hintergrund = niedrige oder sehr lichte Vegetation.
  • grüne Zeichnungen auf grünem Hintergrund = Wälder

Sie können sich auf der Karte orientieren, indem Sie die Umrisse der Vegetationszonen betrachten und manchmal einen Nadelwald von einem Laubwald unterscheiden.

In diesem Beispiel sollten Sie, wenn Sie sich an Punkt A befinden, um sich herum nur Laubbäume sehen. Im Gegensatz zu Punkt B, wo diese fehlen.

5- Flüsse und Quellen, nützlich zur Orientierung, unverzichtbar zum Auffüllen der Vorräte.

Man muss sich jedoch sicher sein, was man vorfindet:

  • Eine durchgezogene blaue Linie = ganzjährig Wasser vorhanden, außer bei großer Trockenheit
  • Eine gestrichelte blaue Linie = Wasser ist je nach Jahreszeit vorübergehend vorhanden

Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass im Mai und Juni mehr Wasser vorhanden ist, gespeist durch die Schneeschmelze und Gletscher und noch nicht durch die Hitze ausgetrocknet. Ab Juli können die „gestrichelten“ Wasserläufe trocken sein, und im September sind sie es meist.

Die Situation variiert jedoch von Jahr zu Jahr je nach Wetterlage: Informieren Sie sich bitte vorab.

Karten lesen und sich im Gelände orientieren

 

1 – Das erste Prinzip ist einfach: das, was ich sehe, mit dem vergleichen, was ich lese.

Aber man muss die Karte auch richtig ausrichten:

  • Wenn Sie genau wissen, wo Sie sich befinden, halten Sie Ihre Karte in Laufrichtung und nicht in der Leserichtung der Beschriftungen.

Das mag zunächst kontraintuitiv erscheinen, aber so können Sie die Elemente in Ihrer Umgebung leichter mit den auf der Karte vermerkten Elementen in Verbindung bringen. Sie müssen Ihre Karte daher im Laufe Ihrer Wanderung regelmäßig drehen.

  • Wenn Sie sich unsicher sind, richten Sie die Karte mithilfe des Kompasses so aus, dass Sie die richtigen Orientierungspunkte (Gipfel, Waldrand, Gebäude) finden. Der Höhenmesser kann hilfreich sein, wenn Sie Ihren Weg auf der Karte nicht genau lokalisieren können.

 

2 – Das zweite Prinzip lautet, dass Sie jederzeit wissen müssen, wo Sie sich befinden, und zwar möglichst genau.

Hier sind einige Tipps, um nicht vom Weg abzukommen:

  • Seien Sie nicht faul: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Position.
    Es ist besser, alle 5 Minuten einen kurzen Blick auf die Karte zu werfen, um die Position zu bestätigen. Wenn man erst bei Zweifeln hinschaut, ist es schon etwas zu spät, insbesondere in „komplexen“ Gebieten mit nicht markierten Wegen wie hier zum Beispiel, wenn man von Punkt A nach Punkt B geht (viele Wege und Kreuzungen im Wald). Halten

    Sie in „komplexen“ Gebieten Ihren Finger auf Ihrer Position auf der Karte

  • Wenn Sie Zweifel haben, ist es besser, umzukehren bis zu einem bekannten Ort, als sich komplett zu verlaufen. Eine „Abkürzung“ zu nehmen, wenn man nicht auf dem richtigen Weg ist, ist verlockend, aber riskant.

 

Ein kleines Beispiel anhand dieses Ausschnitts:

Ich mache ein Picknick an der Croix du Châtelard und möchte in Richtung Pont de la Cluze weitergehen.

Folgendes kann ich auf der Karte lesen und werde im Laufe meiner Wanderung vor Ort bestätigen:

  • Ich werde eine Straße nehmen, keinen kleinen Pfad.
  • Meine Straße wird bald abwärts führen.
  • Ich werde mich nach und nach Hochspannungsleitungen nähern (schwarze Linien mit Punkten und Pfeilen)
  • Mein markierter Weg setzt ab einer gut gekennzeichneten Haarnadelkurve wieder ein.
  • Dieser markierte Weg führt in Richtung eines Waldgebiets und einer Brücke.

Fazit:

Eine Karte lesen zu können reicht nicht aus:

  • Studieren Sie Ihre Route vor dem Aufbruch auf der Karte, um mögliche Schwierigkeiten zu erkennen.
  • Orientieren Sie sich unterwegs regelmäßig, um Ihre Position zu bestätigen, noch bevor Sie Zweifel haben.

Kurz gesagt: Seien Sie vorausschauend! Diese Disziplin ist der beste Weg, um zu wandern, ohne sich zu verlaufen.

Und schließlich: Nehmen Sie alle notwendigen Mittel mit, um sich wiederzufinden oder im Falle einer längeren Orientierungslosigkeit den Rettungsdienst zu kontaktieren (GPS, aufgeladenes Handy, Pfeife…).

Rayonrando wünscht Ihnen schöne Wanderungen, ob markiert oder nicht!

FAQ

Wie kann man eine kostenlose IGN-Karte herunterladen?

Die offizielle App „IGNrando“ bietet kostenlosen Zugriff auf zahlreiche IGN-Karten und die Möglichkeit, die Kartenunterlagen online einzusehen. Sie können auch „Géoportail“, die kostenlose Plattform des IGN, nutzen, um Karten im gewünschten Maßstab einzusehen und herunterzuladen. Die Papierversion bleibt beim Wandern unverzichtbar, um völlig unabhängig zu sein und sich besser orientieren zu können, insbesondere in Gebieten ohne Netzempfang.

Welche IGN-Karte der blauen Serie sollte man für Bergwanderungen wählen?

Für Bergwanderungen sollten Sie die blaue TOP25-Serie im Maßstab 1:25 000 bevorzugen, die die höchste Genauigkeit und die meisten geografischen Details bietet. Diese topografische Karte zeigt deutlich Wanderwege, Pfade, Höhenlinien und wichtige Sehenswürdigkeiten. Um sich vor der Planung Ihrer Route einen Überblick zu verschaffen, können Sie die Version im Maßstab 1:50 000 zu Rate ziehen, diese eignet sich jedoch weniger für die Navigation vor Ort.

Gibt es eine digitale Alternative zu IGNrando, um während einer Wanderung eine Karte einzusehen?

 Ja, mehrere Apps bieten Alternativen: Géoportail von IGN für Online-Karten, Komoot für Routen aus der Community und AllTrails, um Strecken mit GPX-Tracks zu entdecken. Eine gedruckte Papierkarte bleibt jedoch als Reserve empfehlenswert: Sie ist nicht vom Netz oder vom Akku abhängig. Ein wasserdichter Kartenhalter schützt Ihre Papierkarte bei Ihren Ausflügen in die Berge vor Witterungseinflüssen.

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