Im Freien ohne Zelt zu schlafen, reizt viele Wanderer, doch viele zögern, den Schritt zu wagen. Dabei ermöglicht das Biwakieren unter freiem Himmel, mit weniger Gepäck zu reisen, den Aufbau zu vereinfachen und vor allem die Natur in vollen Zügen zu genießen.

Bei RayonRando haben wir unsere schönsten Erlebnisse unter freiem Himmel in der Wüste (kein Fremdlicht, ein Sternenhimmel von außergewöhnlicher Helligkeit, absolute Stille) sowie in Norwegen (ein Eintauchen in die Wildnis unter einem fast nächtlosen Himmel) erlebt.

Diese Art des Campings erfordert jedoch ein Mindestmaß an Vorbereitung. Wind, nächtliche Feuchtigkeit oder sinkende Temperaturen können ein schönes Erlebnis schnell in eine schwierige Nacht verwandeln.

Geeignete Ausrüstung, ein guter Standort und wichtige Vorsichtsmaßnahmen – RayonRando verrät Ihnen, was Sie wissen müssen, um unter freiem Himmel unter guten Bedingungen zu biwakieren.

Was sind die Vorteile eines Biwaks unter freiem Himmel?

Unter freiem Himmel zu schlafen bedeutet in erster Linie, im Freien zu übernachten, ohne ein Zelt zu benutzen. Diese Art des Campens wird vor allem bei Wanderungen im Sommer und bei stabilem Wetter praktiziert.

Viele Wanderer entscheiden sich für diese Art des Biwaks, weil sie einfach und leicht ist.

Ein leichterer Rucksack

Ohne Zelt verringert sich das Gewicht des Rucksacks deutlich. Je nach Ausrüstung lassen sich 1 bis 2 kg einsparen. Man lässt zwar das Zelt weg (etwa 2 kg), kann aber andere Ausrüstungsgegenstände hinzufügen (wärmerer Schlafsack, Tarp, Überzug)

Das ist besonders vorteilhaft:

  • bei minimalistischen Trekkingtouren
  • , wenn man nicht mehr tragen kann oder will, um mehr Komfort zu haben und die Ermüdung zu verringern.

Eine sehr schnelle und einfache Installation

Es geht nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Einfachheit:

  • Schnelligkeit. Da kein Zelt aufgebaut werden muss, ist das Biwak in wenigen Minuten fertig. Man kann später, kurz vor Sonnenuntergang, bei Bedarf noch anhalten. Auch der Aufbruch am Morgen geht sehr schnell.
  • Einfachheit. Da die Grundfläche gering ist, kann man sich fast überall niederlassen, da man nicht die Grundfläche des Zeltes benötigt, zu der noch der Platz und der geeignete Boden zum Setzen von Heringen und Abspannleinen hinzukommen. Eine ebene Fläche von mindestens 60 x 200 cm reicht aus, um sich bequem einzurichten.

Ein völliges Eintauchen in die Natur

Mehr noch als Bequemlichkeit, Einfachheit und Unbeschwertheit bietet das Schlafen unter freiem Himmel vor allem ein vollständiges Eintauchen in die Natur.

Es ist ein einzigartiges Erlebnis:

  • den Nachthimmel zu beobachten, ohne jegliche Lichtverschmutzung in der Nähe, während man im Schlafsack liegt, ist ein faszinierender und zugleich beruhigender Moment, den man im Alltag selten erleben kann.
  • Die Geräusche der Natur zu hören, die Luft zu spüren, ohne in einem Zelt eingeschlossen zu sein, versetzt uns in eine einzigartige Verbindung mit der Natur.
  • Früh schlafen zu gehen und mit dem Tageslicht aufzuwachen ermöglicht es uns, unseren Tagesrhythmus wieder besser auf unsere innere Uhr abzustimmen.

Für viele Wanderer ist dies eines der prägendsten Erlebnisse beim Biwakieren.

Was sind die Grenzen und Risiken des Biwakierens unter freiem Himmel?

Das Biwakieren ohne Zelt ist nach wie vor eine Praxis, bei der man den Elementen stärker ausgesetzt ist. Bei schlechter Vorbereitung oder unter ungünstigen Bedingungen kann das Erlebnis unangenehm oder sogar gefährlich werden.

Die Witterungsbedingungen sind die größte Herausforderung

Nächtliche Feuchtigkeit

Selbst bei schönem Wetter kann der Morgentau den Schlafsack feucht machen. Sobald die Luft feucht ist, führt der nächtliche Temperaturabfall zu dieser Kondensation, die manchmal erheblich sein kann.

Feuchtgebiete, Ufer von Flüssen oder Talsohlen verstärken dieses Phänomen.

Der Wind

Ohne Schutz kann der Wind die gefühlte Temperatur schnell sinken lassen.

Ein geschützter Platz ist daher unerlässlich. Selbst wenn es nicht sehr kalt ist, kann ein kalter Luftzug Sie wecken, wenn Ihr Gesicht ungeschützt ist.

Regen

Wenn Sie keine Ausweichmöglichkeit haben, kann Regen mitten in der Nacht zu einem großen Problem werden.

Die Kälte

Die Kälte ist zwar grundsätzlich leichter vorherzusehen, aber dennoch ein wichtiger Faktor, den man nicht vernachlässigen darf. Mit trockener Kälte kommt man recht gut zurecht. Es ist die feuchte Kälte, die Ihren thermischen Komfort am stärksten beeinträchtigt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Abhängigkeit vom Wetter Vorausplanung und Vorsicht erfordert.

Das Biwakieren unter freiem Himmel funktioniert vor allem dann, wenn:

  • das Wetter stabil und vorhersehbar ist
  • kein Regen oder Gewitter vorhergesagt ist
  • der Wind mäßig bleibt
  • die Luft trocken ist

Insekten und Kleintiere

Je nach Region und Jahreszeit können Mücken und Insekten lästig sein. Es gibt Kopfnetze oder Netze, die am Schlafsack befestigt werden können, um das Problem einzudämmen.

Vergessen wir auch nicht die kleinen und großen Tiere, die uns gerne einen Besuch abstatten, wenn wir im Zelt schlafen. Mäuse, Füchse, Waschbären, Fennek-Füchse… Bären! Bestimmte Gebiete sollten gemieden werden, und man sollte daran denken, Lebensmittel, Zahnpasta und Seife weit genug vom Biwak entfernt zu lagern.

Die Dauer: ein Risikofaktor

Eine dreitägige Tour ist bei guten Wetterbedingungen und stabilen Vorhersagen relativ sicher. Eine zehntägige Tour birgt hingegen das Risiko einer Wetterverschlechterung, die sich nicht abschätzen lässt.

Im Zweifelsfall und bei einer langen Wanderung ist es besser, einen Plan B vorzusehen.

Ein Beispiel: Eine Trekkingtour in Schottland mit hohem Regenrisiko, hoher Luftfeuchtigkeit und den schrecklichen Mücken erscheint uns wenig geeignet für ein Biwak unter freiem Himmel. Umgekehrt ist eine Trekkingtour in der Wüste mit ihrem sehr trockenen Klima und dem außergewöhnlich hellen Himmel eine fantastische Gelegenheit, eine Nacht unter freiem Himmel zu genießen.

Welche Ausrüstung braucht man, um unter freiem Himmel zu schlafen?

Ohne Zelt ist eine geeignete Ausrüstung für eine gute Nachtruhe unerlässlich.

Der Schlafsack

Er ist das Herzstück des Biwaks. Um den richtigen Schlafsack auszuwählen, lesen Sie unseren RayonRando-Artikel „So wählen Sie Ihren Schlafsack aus“. Ohne Zelt sind Sie der Kälte und insbesondere der feuchten Kälte stärker ausgesetzt. Daher benötigen Sie einen deutlich wärmeren Schlafsack als den, den Sie im Zelt verwendet hätten.

Außerdem sollten Sie eine synthetische Füllung gegenüber Daunen bevorzugen, da diese auch im feuchten Zustand ihre Wärmeisolierung beibehält.

Die Wander-Isomatte

Die Isomatte erfüllt zwei wesentliche Funktionen: Komfort und Wärmeisolierung gegenüber dem Boden. Direkt auf dem Boden ohne Isolierung zu schlafen, führt schnell zu Wärmeverlust. Selbst im Sommer ist eine Isomatte unverzichtbar.

Eine Standardmatratze ist 51 cm breit. Die Arme ragen daher an den Seiten heraus. Es ist daher sinnvoll, eine Plane auf dem Boden auszulegen, um sich besser vor dem Kontakt mit der Vegetation und Feuchtigkeit zu schützen.

Eine Isomatte mit ausreichender Isolierleistung (R-Wert > 3) ist ebenfalls empfehlenswert, um sich vor der Kälte des Bodens zu schützen.

Die Rettungsdecke; der Regencape

Wenn keine anderen Schutzmittel zur Verfügung stehen, können die unverzichtbare Rettungsdecke, aber auch der aufgebreitete Regencape zusätzlichen Schutz vor Wind, Kälte und Nässe bieten.

Der Schlafsacküberzug (optional)

Der Schlafsacküberzug bietet wirksamen Schutz vor Feuchtigkeit, Tau, Wind und Verschmutzungen. Er kann jedoch die Kondenswasserbildung im Schlafsack begünstigen, was zu einem gewissen Unbehagen führen kann.

Einige Modelle sind wasserdicht, was zusätzliche Sicherheit bietet.

Das Tarp (optional)

Ein Tarp ist eine leichte Plane, die über dem Schlafplatz gespannt werden kann. Je nachdem, wie Sie es aufstellen, kann es als einfacher Windschutz oder als echter Regenschutz dienen.

Um Ihr Tarp richtig aufzubauen, lesen Sie auch den RayonRando-Artikel „Wie baut man ein Tarp auf?“

Dies ist eine häufig genutzte Lösung beim minimalistischen Biwak.

Die Hängematte (optional)

Diese Lösung ist nur dann sinnvoll, wenn Sie auf Ihrer Route jeden Abend Bäume finden, an denen Sie Ihre Hängematte aufhängen können. Dadurch schränkt sie die Auswahl an möglichen Biwakplätzen ein. Andererseits ist es eine praktische und bequeme Lösung. Sie schützt vor der Feuchtigkeit des Bodens, setzt Sie jedoch dem Wind stärker aus.

Wie wählt man einen guten Platz für ein Biwak unter freiem Himmel aus?

Der Standort hat einen enormen Einfluss auf die Qualität der Nacht. Um mehr über die Wahl eines Biwakplatzes zu erfahren, lesen Sie auch unseren Artikel „Wie findet man einen Biwakplatz auf einer Trekkingtour?“

Bei einem Biwak unter freiem Himmel muss man jedoch noch genauer auf zwei Dinge achten:

Finden Sie einen Platz, der teilweise Schutz vor den Elementen bietet, um das Fehlen einer Unterkunft auszugleichen:

  • Vermeiden Sie Bereiche, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt: Vertiefungen im Gelände, Talsohlen, Ufer von Wasserläufen.

  • Achten Sie auf möglichen Wasserabfluss bei Regen. Suchen Sie einen leicht erhöhten Bereich oder einen, der keine Anzeichen von früherem Wasserabfluss aufweist.

  • Suchen Sie sich einen windgeschützten Platz (Felsen, Geländehöhen, Vegetation).

  • Wenn das Wetter kälter oder feuchter ist als erwartet, gewinnen Sie durch einen Abstieg von 300 m zum Biwakieren einige wertvolle Grad.

Halten Sie nach Möglichkeit eine Ausweichlösung bereit. Wenn es kein richtiger Unterschlupf ist, dann eine natürliche Höhle oder dichte Vegetation.

Da Ihr Biwak nur wenig Platz beansprucht, können Sie sich auf sehr kleinem, ebenem Gelände einrichten und leichter einen etwas geschützten Platz finden.

Was muss man beachten, bevor man unter freiem Himmel schläft?

Bevor man unter freiem Himmel zeltet, lassen sich mit ein paar einfachen Maßnahmen Probleme vermeiden.

  • Schauen Sie sich die Wettervorhersage an. Achten Sie dabei auf die angegebene Zuverlässigkeit.
  • Überprüfen Sie die vorhergesagte Nachttemperatur, achten Sie aber auch auf die erwartete Luftfeuchtigkeit.
  • Suchen Sie auf Ihrer Route nach möglicherweise feuchten Stellen, um dort nicht zu zelten.
  • Passen Sie Ihren Schlafsack an, da Sie den Elementen stärker ausgesetzt sind.
  • Ergänzen Sie Ihre Ausrüstung je nach Wetterunsicherheit mit einer Plane oder einem Überzug.

Planen Sie eine Notfalllösung ein, falls sich das Wetter verschlechtert. Unterkünfte oder Schutzhütten, aber auch Ausweichwege, um schnell wieder hinabzusteigen, wenn Sie sich in großer Höhe befinden.

Fazit

Unter freiem Himmel zu biwakieren ist eines der einfachsten und intensivsten Erlebnisse beim Wandern. Die Ruhe, der Blick auf den Sternenhimmel und die Verbundenheit mit der Natur machen es zu einem belebenden Erlebnis.

Ohne Zelt wird die Ausrüstung leichter und der Aufbau ist fast im Handumdrehen erledigt.

Allerdings ist man dabei den Elementen stärker ausgesetzt. Die Wahl eines guten Platzes, die richtige Ausrüstung und die Beobachtung des Wetters sind entscheidend, um die Nacht im Freien in vollen Zügen genießen zu können.

Mit ein wenig Vorbereitung kann das Schlafen unter dem Sternenhimmel schnell zu einem der unverzichtbaren Freuden des Biwaks werden.

FAQ

Kann ich überall unter freiem Himmel schlafen?

Nein, unter freiem Himmel zu schlafen ist an vielen Orten möglich, aber nicht überall, da die Vorschriften dieselben sind wie für ein Zeltlager.

Im Allgemeinen wird in Frankreich das Biwakieren zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang toleriert, vorausgesetzt, man verhält sich unauffällig und hinterlässt keine Spuren.

In bestimmten Naturparks, Naturschutzgebieten oder geschützten Gebieten kann das Biwakieren geregelt oder verboten sein. Im Nationalpark der Pyrenäen ist das Biwakieren beispielsweise erlaubt, sofern man sein Zelt nach 19 Uhr aufschlägt und vor 9 Uhr wieder aufbricht und sich mehr als eine Stunde Fußmarsch von einer Zufahrtsstraße oder den Grenzen des Parks entfernt befindet. Auf dem GR 20 auf Korsika sind die Auflagen strenger, da das Biwakieren nur in den ausgewiesenen Bereichen rund um die Berghütten und nach vorheriger Reservierung erlaubt ist.

In anderen Ländern ist das anders. Es ist wichtig, die örtlichen Vorschriften zu prüfen, bevor man sich niederlässt.

Allerdings ist eine größere Toleranz gegenüber dem Biwakieren unter freiem Himmel zu beobachten, da die Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den Boden sehr gering sind.

 

Wie schläft man unter freiem Himmel?

Um unter freiem Himmel unter guten Bedingungen zu schlafen, reicht eine minimale Ausrüstung aus:

  • einen für die Temperatur geeigneten Schlafsack
  • eine Wander-Isomatte zur Isolierung vom Boden
  • eventuell einen Schlafsacküberzug zum Schutz vor Feuchtigkeit
  • ein leichtes Tarp, falls das Wetter unbeständig ist.
  • Eine Rettungsdecke.
  • Kleidung zum Schutz vor Regen und Kälte.

Es ist unerlässlich, die Wettervorhersagen und deren Zuverlässigkeit zu überprüfen. Schließlich ist es wichtig, einen guten Standort zu wählen, der windgeschützt und fern von Feuchtgebieten liegt.

 

Wann sollte man unter freiem Himmel schlafen?

Die günstigste Zeit für das Schlafen unter freiem Himmel ist in der Regel vom Frühling bis zum Frühherbst, wenn die Nachttemperaturen angenehm bleiben.

Der Sommer ist oft die ideale Jahreszeit, denn:

  • die Nächte milder sind
  • das Wetter stabiler ist
  • die Regenwahrscheinlichkeit oft geringer ist.

In den Bergen oder in Höhenlagen können die Temperaturen jedoch auch im Sommer nachts schnell sinken. Im August ist in den Bergen die Gewittergefahr in der Regel höher.

 

Schlafen unter freiem Himmel: Welche Risiken gibt es?

Das Schlafen unter freiem Himmel setzt einem den Elementen stärker aus als ein Biwak im Zelt. Die Hauptrisiken sind:

  • nächtliche Feuchtigkeit und Tau
  • Wind, der das Kälteempfinden verstärken kann
  • der Temperaturabfall während der Nacht
  • Insekten (und Tiere), je nach Region und Jahreszeit.

Diese Risiken sollten vor dem Aufbruch durch einen Blick auf die Wettervorhersage eingeschätzt und durch die Wahl eines geeigneten Standorts sowie die Verwendung geeigneter Ausrüstung (ausreichend warmer Schlafsack, Isomatte, Schlafsacküberzug oder leichtes Tarp, Rettungsdecke) minimiert werden.

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